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Claudia Bertram Ackerbrucher Str.7 52525 Heinsberg Copyright © 2002 - 2008 Claudia's Knuffelbären
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Gesucht
und gefunden.....
Die
Geschichte von zwei kleinen Bären... Weit
entfernt voneinander - und noch nichts voneinander wissend – wuchsen in den Wäldern
zwei kleine, einsame Bären auf, nennen wir sie Julian und Julia. Einsam, nicht,
weil sie alleine waren, einsam, weil ihnen irgendetwas in ihrem Leben fehlte. Bevor
wir aber dazu kommen, will ich euch erst die Geschichte der beiden erzählen,
bevor sie sich zum ersten Mal begegneten. Julian
wuchs in den Wäldern der Mittelwelt auf. Er hatte viele Geschwister und
Freunde, mit denen er spielen konnte. Alle Tiere des Waldes waren befreundet und
so war er eigentlich nie allein. Aber er war einsam, denn tief in seinem
innersten fehlte ihm irgendetwas, das er aber zu der Zeit noch nicht mit Worten
beschreiben konnte. Er fühlte es immer öfter, aber er konnte es nicht beim
Namen nennen. Nachts
saß er oft auf dem Hügel, schaute hoch zu den Sternen und seine Gedanken
gingen in die Weite des Himmels. Er suchte verzweifelt nach einem Namen für das
Gefühl in ihm. Aber die Antwort blieb aus. Alle
anderen Bären lachten ihn deshalb immer wieder aus. Wie kann ein Bär denn so
nachdenklich sein. Bären sind stark, lieben den Kampf, lieben es Streifzüge zu
unternehmen, bei denen es auch mal zu Kämpfen mit Bären aus anderen Revieren
kommt. Das waren Sätze, die er sich oft anhören mußte. Aber Julian war nicht
so. Er war gegen Gewalt, Streit und lautes Gebrüll. Er
konnte stundenlang da sitzen, in die Ferne schauen und vor sich hinträumen.
Oder, wenn er jemanden dazu fand, konnte er stundenlang reden, über Gott und
die Welt. Na ja, es gab schon andere Tiere, mit denen er sich unterhalten
konnte. Aber die wollten immer nur von sich erzählen und kümmerten sich
eigentlich gar nicht um Julians Gedanken und Ansichten, Interessen und Gefühle.
Sie hörten sich am liebsten von sich selbst erzählen. Wenn
er nur wüßte, was ihm fehlte, warum er sich so einsam fühlte.... Zur
gleichen Zeit gab es in den Wäldern der Nordwelt ein Bärenmädchen, dem es ähnlich
erging wie Julian. Julia- so hieß das Bärenmädchen- wurde von allen als
„Tagträumer" und weltfremd bezeichnet. Weltfremd war sie aber gar nicht.
Sie stand mit allen vier Pfoten fest im Leben und hatte immer viel zu tun. Aber
auch ihr fehlte etwas. Sie wußte zu dieser Zeit auch noch nicht, was es war.
Stundenlang konnte sie vor sich hinträumen, von ihrer kleinen Welt, wie sie
sich das vorstellte. Natürlich denkt ihr jetzt, daß solche Träumereien
wirklich weltfremd sind. Dazu kann ich nur sagen, daß diejenigen, die nicht
mehr träumen können, sehr arm sind . Es ist nicht weltfremd, zu träumen, es
ist gut für die Seele . Meist
saß Julia dabei am Meer und schaute den Wellen zu. Am schönsten war es, wenn
die Sonne auf- oder unterging und das Wasser wie tausend kleine Sterne funkelte.
Oder nachts, bei Mondenschein, wenn alles in ein geheimnisvolles weißes Licht
getaucht war. Dann war Julia mit ihren Gedanken weit weg. Auf der Suche nach ein
bißchen Glück und Geborgenheit. Je mehr sie darüber nachdachte, wußte sie,
daß es diese Dinge waren, die ihr so sehr fehlten. Was war das Leben ohne solch
wichtigen Dinge! Auch
sie wurde von den anderen Waldbewohnern dafür ausgelacht. Wie konnte man nur so
verträumt und fern der Realität sein, sagten sie zu ihr. Sie solle endlich
aufwachen und sich dem wahren Leben stellen, sagten sie zu ihr. Julia
ließ sie reden. Sie wußte in ihrem innersten, sie würde diese Dinge finden-
irgendwann. Denn sonst wäre das Leben doch sinnlos.... So
vergingen viele Jahre. Die beiden blieben stets ihren innersten Gefühlen treu
und gaben die Suche nicht auf. An
einem schönen Tag im Mai fand ein Treffen am Nordmeer statt. Alle Bären aus
den verschiedensten Weltteilen trafen dazu ein. Was war das für ein Getümmel
und Gewirre. Für Julia war der Weg nicht weit, denn ihr Wald lag am Rande des
Nordmeeres. Sie machte sich mit den anderen auf den Weg. Auch
Julian wollte sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Etwas Abwechslung würde
ihm guttun und vielleicht traf er ja da einen Bären, der so dachte und fühlte,
wie er. Es
war ein Riesentrubel am Nordmeer, so viele Bären und andere Waldbewohner waren
zu dem Treffen an diesem schönen, sonnigen Tag gekommen. Das Treffen fand
abseits vom Hafen statt, aber doch nicht so weit entfernt, daß man nicht die
großen, alten Segelschiffe sehen konnte. Ihre Masten ragten in den Himmel und
die Segel leuchteten in der Sonne. Die Menschen im Hafen feierten auch an diesem
Tag und hatten ihre Schiffe in aller Pracht aufgetakelt, damit alle ihre Schönheit
bewundern konnten. Julian
blickte sehnsüchtig zu dem großen Segelschiff, das zu Anfang des Hafenbeckens
lag. „Damit lossegeln, in eine andere Welt, in der ich besser verstanden
werde", dachte er so bei sich. Er entfernte sich von dem Trubel und ging in
Richtung Hafen. Er wollte das Schiff aus der Nähe betrachten. Auch
Julia war der Rummel zu viel und sie sehnte sich nach etwas Ruhe. Ihr Blick
wanderte zum Hafen und dem Segelschiff, das auch Julian schon magisch angezogen
hatte. Sie spürte Fernweh nach der Welt, nach der sie sich so sehr sehnte. Aber
wo konnte sie diese Welt finden? Und lohnte es sich, diese Welt alleine zu
finden? Wäre es nicht viel schöner zu zweit? Während
ihr diese Gedanken durch den Kopf gingen, lief sie hinüber zum Hafen und blieb
vor dem Segelschiff stehen. So
kam es, daß Julian und Julia sich hier zum ersten Mal, begegneten. Erst
beachteten sie sich nicht, aber dann trafen sich ihre Blicke. In ihren Augen
stand so viel geschrieben und in beiden ging etwas merkwürdiges vor. Sie
schauten sich lange an und schwiegen. Nach einiger Zeit fingen sie an,
miteinander zu reden, erst ganz belanglos. Aber sie merkten schnell, daß sie in
vielen Dingen die gleichen Ansichten teilten. Im Laufe ihres Gesprächs
entdeckten sie viele Gemeinsamkeiten. Stundenlang hätten sie weiterreden können.
Es gab soviel zu erzählen und es wurde den beiden auch nicht langweilig.
Gemeinsamkeit- das war eins der Worte, das sie beide die ganze Zeit gesucht
hatten. Das wurde ihnen jetzt klar. Die
Zeit verging wie im Flug und es wurde Zeit für die Rückreise, aber nicht, ohne
ein neues Treffen zu vereinbaren. Es war den beiden unheimlich wichtig. Der
Heimweg in ihre verschiedenen Welten war ihnen nun nicht mehr so beschwerlich.
Irgendetwas hatte sie verändert... Auf
dem Weg nach Hause dachte jeder von ihnen über das gerade erlebte und gefühlte
nach. Es ging ihnen nicht mehr aus dem Kopf. Warum begegneten gerade sie sich?
Warum verstanden sie sich so gut, obwohl sie sich noch gar nicht kannten? Ob es
einfach so sein sollte? Ob es ein Teil ihres Schicksals war, daß sie sich
trafen? Viele Fragen und Gedanken, ein wenig verwirrend und doch stieg eine
wohlige Wärme in ihnen auf . Mit diesen Gedanken schliefen beide an dem Abend
ein. Jeder in seinem Wald, weit entfernt voneinander und doch im inneren sich so
nah. Die
nächsten Tage und Wochen vergingen wie im Flug, denn es wurde ein neues Treffen
geplant, irgendwo im Ostwald. Egal, wie weit es auch gewesen wäre, die beiden hätte
nichts zurückgehalten. Sie konnten den Tag kaum erwarten. Endlich wieder
miteinander reden können, mit jemandem, der Ansichten und Gefühle mit einem
teilte, mit dem man über alles reden konnte. Wie lange hatten beide dies
vermißt. Es
wurde ein schönes Treffen, auch wenn noch andere Bären dabei waren. Allein die
Nähe des anderen zu spüren, war gut. Es folgten noch andere Treffen im Lauf
der Zeit und jedesmal wuchs die Vorfreude darauf. Julia
dachte seit diesen Treffen noch öfter nach und träumte sich in eine schöne,
kleine Welt. Aber sie war nicht mehr allein mit ihren Träumen. Es gab jemanden,
der diese Träume mit ihr teilte. Wenn sie nur Gelegenheit hatten, redeten die
beiden miteinander, stundenlang, ohne daß ihnen langweilig wurde. Sie sprachen
über ihre Sorgen und Ängste, über ihre Träume und Gefühle, über die
kleinen und großen Alltagsprobleme, einfach über alles und immer wieder
stellten sie neue Gemeinsamkeiten fest. Gleiche Gedanken, gleiche Wünsche,
gleiche Ansichten, gleiche Gefühle, gleiche Angewohnheiten. Natürlich gab es
auch Dinge, bei denen sie unterschiedlicher Meinung waren, aber das war auch
gut. Es
tat einfach gut, miteinander zu reden, vor allem, weil vom anderen Verständnis
da war, für das, was man sagte und fühlte. Es ging beiden so und ihre Gespräche
wurden immer vertrauter. Sie redeten von der Vergangenheit und der Gegenwart und
sie fingen an, von der Zukunft zu reden - davon, alles miteinander zu teilen. Die
beiden hatten sich nämlich richtig liebgewonnen. Sie
fanden gemeinsam die Worte für das, was sie lange vermißt hatten: sich
geborgen und zu Hause fühlen, einander vertrauen, Freud und Leid miteinander
teilen, gebraucht zu werden und füreinander dazusein, Gemeinsamkeit....sie
konnten sich immer noch nicht erklären, warum es so war, aber es war gut und
sie bereuten es nicht, daß sie sich begegnet waren. Und die beiden wurden sich
einig, daß sie gemeinsam in die Zukunft gehen wollen. Ihre
Liebe und ihr Vertrauen zueinander war stark und gab ihnen die Kraft, das Leben
mit allen Unebenheiten zu meistern. Wer weiß, vielleicht könnt ihr sie ja eines Tages bei euren Streifzügen durch die Wälder entdecken.... Copyright © 1999 Claudia Bertram |